Der Lebacher Landbote berichtet
Disziplin hält wieder Einzug in den Klassen der ERS
Erstaunliche Ergebnisse eines Experiments

Lebach. An der ERS Lebach (Theeltalschule) lesen die Schüler der drei 9er Realschulklassen zur Zeit die Lektüre "Die Welle" - mit erstaunlichen Ergebnissen.

Um den Roman näher an die Schüler heran zu bringen, spielen die Deutschlehrer mit den Klassen das Experiment, das in der Lektüre beschrieben wird, nach. Es hat Anfang der 90iger Jahre wirklich in Amerika stattgefunden. Ein Lehrer wollte seinen Schülern zeigen, was während der NS-Zeit in Deutschland passiert ist und hat deshalb eine Organisation gegründet: die Welle. Dieselben Erfolge in Lebach: Durch "Die Welle" haben sich die Leistungen der Schüler sehr verbessert, die Lehrer meinen, dass es wieder viel ruhiger in den Klassen ist. Dieser Erfolg ist auch den verschiedenen Übungen zur Disziplin zurückzuführen. In diesen Übungen
müssen die Schüler zum Beispiel den Lehrer mit dem Gruß der Welle grüßen und bei Fragen des Lehrers müssen sie sich neben ihren Stuhl stellen und den Lehrer mit Herr anreden und die Antwort so schnell und so kurz wie möglich aufsagen. Durch dieses Experiment gibt es nun auch keine Außenseiter mehr in den Klassen, weil jetzt alle zusammengehören und an einem Strang ziehen. Um die Zusammengehörigkeit zu symbolisieren, hat jedes Mitglied eine Mitgliedskarte bekommen, manche haben ein rotes "X" auf der Rückseite, das sind die "Polizisten" der Welle. Sie passen auf, dass sich jeder an die Grundsätze der Welle hält: "Macht durch Disziplin!", "Macht durch Gemeinschaft!" und "Macht durch Handeln". Die erste Aufgabe der Schüler ist es, neue Mitglieder für die Welle in der Schule zu finden.
Man kann gespannt sein, wie sich das Experiment weiterentwickelt.

(= Brief, den Ben Ross, der Lehrer im Roman, gern über sein Experiment gelesen hätte - übertragen auf die ERS Lebach - von Kevin Lachecki)



Inzwischen macht die Welle Druck. Das faschistische System beginnt zu funktionieren. Im Roman trifft ein anonymer Brief in der Schülerzeitungsredaktion ein. Laurie, die Chefredakteurin und kritische Betracherin der Welle, antwortet:

Hallo Unbekannter!
Wir haben deinen Brief bekommen! Ich habe mir lange Gedanken darüber gemacht und kann dir nur sagen, was ich persönlich davon halte!
Also, ich bin der Meinung, dass es dann zu spät ist, um "der Welle" beizutreten! Wenn du nicht ein Teil der Welle bist, wirst du von anderen nicht akzeptiert und du verlierst deine Freunde... Ich denke, dass er das damit sagen wollte. Aber ich finde, wenn es wirkliche Freunde sind, werden sie zu dir halten und dich unterstützen, auch wenn du der Welle nicht beitrittst. Du solltest deine eigene Meinung durchsetzen und nicht einfach machen, was du nicht willst!
Ich setze meine Meinung auch durch, indem ich nicht auf die angekündigte Versammlung der Welle gehen werde. Mein Freund hat mich sogar verlassen und jetzt stehe ich alleine da! Ob sich das Verhältnis zu meinen anderen Freunden ändert, weiß ich noch nicht. Auf jeden Fall weiß ich, dass die Mehrheit der Schüler der Welle beigetreten sind und ich befürchte, dass es in einem Chaos enden wird und mehr, aus einem Spiel wird dann Ernst!
Nun sind wir schon zu zweit und wissen nicht mehr weiter! Ich spüre eine große Veränderung an unserer Schule und fühle mich unwohl!
Du kannst mir auch sagen, wer du bist, denn ich werde nichts verraten!!! Dann können wir drüber reden und uns zusammenschließen.
Laurie (Nadine Kmoch und Julia Quinten)

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