KZ Struthof

 

Lagereingang

 

Mit dem Blick auf die Vergangenheit die Zukunft gestalten
Klassen der ERS Lebach besuchen jedes Jahr das Konzentrationslager Struthof

 

 

Erfahrungsberichte von Schülern
Struthof 2007/1

Die Klassen 9d und 9f haben das KZ Struthof im Elsass besucht. Die Fahrt dorthin ergänzt sinnvoll die Schullektüre der 9er Klassen "Die Welle". Das KZ liegt in 800 Meter Höhe im Elsass. Als wir nach einer langen Fahrt dort angekommen sind, wurden wir durch das ehemalige KZ geführt. Begonnen hat die Führung mit dem Denkmal und geendet hat sie in dem Museum in einer Baracke. Von den vielen Baracken sind insgesamt nur noch 4 erhalten. Aus einer Baracke ragte ein hoher Schornstein heraus. In dem zu dem Schornstein gehörigen Ofen wurden früher die Leichen verbrannt.
Ich habe mich in der Nähe des Ofens nicht wohl gefühlt. Mir wurde es ein wenig übel. In der selben Baracke, in der auch der Ofen steht, gab es noch den Seziertisch, auf dem die damaligen Ärzte die Leichen und auch lebende Menschen seziert haben. Der Seziertisch ist gekachelt. Solche Kacheln hatte man vor uns als Souvenir mitgenommen. Darum ist dieser Raum jetzt abgeschlossen und er hat keine Türklinge mehr, aber in der Tür befindet sich ein kleines Fenster, durch das man den Tisch sehen kann.
In dem Museum sind Bilder ausgestellt, die einfach erschütternd sind. Bilder auf denen gezeigt wird, wie die Leichen gestapelt wurden, Bilder von den Hunden, wie sie die Gefangenen gebissen haben, Bilder von SS-Leuten, die Gefangene gequält und verletzt haben. Manche Gefangenen, die das Lager überlebt haben, haben einige dieser Bilder selbst gemalt. Insgesamt war es im KZ Struthof eigentlich hoch interessant, aber auch erschreckend zu sehen, wie es damals so grauenvoll zugegangen ist. Man merkte dort erst richtig, wie schlimm es damals gewesen ist. Man kann es sich ohne weiteres kaum vorstellen, aber dort schon. (Anne-Katrin Zeutzem, 9d)

 

 

Struthof 2007/2
Zwei 9er- Klassen machten sich mit dem Bus auf den Weg, um das Konzentrationslager Struthof-Natzweiler zu besichtigen. Dieses KZ liegt in Frankreich, genauer gesagt im Elsass. Das KZ Struthof war vor allem ein reines Männerlager. 17 Baracken, eine Arztbaracke, ein Krematorium mit Verbrennungsofen, zwei Galgen und ein paar SS-Baracken hatte dieses Lager früher. Heute sind nur noch zwei Baracken, das Krematorium mit dem Verbrennungsofen und die Arztbaracke erhalten.
Nicht nur im Krematorium wurden Leichen verbrannt, sondern es gab auch in Struthof eine zweite schreckliche Art die Menschen umzubringen. Die Gaskammer!! Im Haus des Kommandanten, welches nah am Waldrand liegt, befand sich eine solche Gaskammer. In diese Kammer passten 15 Häftlinge. Mit dem Vorwand, sie würden jetzt geduscht werden, lockten die SS-Leute die Männer in die Villa des Kommandanten. Unter Aufsicht mussten die Männer ihre Kleidung ablegen. Dann sperrten die Offiziere sie in die Gaskammer und vergasten sie. Während im Haus die Menschen vergast wurden, feierte der Kommandant an seinem Pool kleine Partys. Anschließend wurden die Leichen aus der Gaskammer im Krematorium verbrannt. Die Asche, welche übrig blieb, wurde in eine Urne getan und an die Familie geschickt. Es war meist nicht nur die Asche von einer Person, denn in dem Verbrennungsofen konnten mehrere Männer gleichzeitig verbrannt werden.
In der Arztbaracke wurden manche Leichen auch obduziert. Mit den Häftlingen aus dem Lager wurden Versuche gemacht. Manche mussten dabei ihr Leben opfern. Die bekanntesten Ärzte aus diesem Lager waren wohl Hagen und Hirt.
Die Insassen trugen eine "Uniform" aus dünnem Stoff. An ihren Füßen hatten sie einfach Sohlen angebunden. Es konnte im Winter noch so kalt sein, sie bekamen nichts Wärmeres zum Anziehen. Jeder Häftling war mit einer Nummer auf seinem Oberteil gekennzeichnet. Die Arbeit im nahe gelegenen Steinbruch sollte die Männer müde machen. Am Ende ihrer Arbeit wurden sie von den obersten SS-Männern gezwungen einen schweren Stein mitzubringen. Diese wurden auf einem Haufen gesammelt. Daneben stand immer ein Offizier und begutachtete jeden davon. Gefiel er dem Offizieren nicht oder einfach aus Willkür, so schmiss er einen Stein auf den Häftling. Vor Erschöpfung und durch die Schläge kamen die meisten Insassen des Konzentrationslagers ums Leben. Bei einem Fluchtversuch eines Häftlings wurde die Todesstrafe verhängt. Er wurde gehängt!! Fand solch eine Hinrichtung statt, wurden alle Männer zum Apellplatz gerufen, um die Vollstreckung der Todesstrafe zu sehen. Für den Häftling war dies ein grausamer Tod.
Die Anblicke des Konzentrationslagers versetzten mich in Angst und Schrecken. Allein bei der Vorstellung, dass dort früher Menschen gedemütigt und getötet wurden, fand ich keine Worte mehr. Die Gedanken daran, dass so etwas heute wieder passieren könnte geben, mir reichlich zu denken. Die Eindrücke dieser Fahrt haben mir gezeigt, dass es heute, in unserer Zeit nicht wieder zu solch einer Situation kommen sollte.
(Vivien Loch, Kl. 9d)

 

 

Info: KZ Natzweiler-Struthof (Elsass)

1. Der Anfang vom Ende
Die endgültige Vernichtung der Juden in Europa hat ihre Basis und ihre Wurzeln in der radikalen antisemitischen Politik des NS-Staates. Bereits das Parteiprogramm der NSDAP 1920 enthält den Plan, deutschen Bürgern jüdischer Herkunft die Staatsbürgerschaft abzuerkennen und sie unter Fremdengesetzgebung zu stellen. In zahlreichen Reden ruft Hitler schon vor der sogenannten Machtergreifung vom 30. Januar 1933 zum leidenschaftlichen Kampf gegen das Weltjudentum auf, Partei und Parteiredner hetzen in großem Umfang gegen jüdische Bürger.
Nach der Machtübernahme beginnen systematische Diskriminierungen der Juden in der Öffentlichkeit. Randale und Misshandlungen kennzeichnen die ersten Ausschreitungen. Die Verfolgung der Juden ist bereits seit Mitte der dreißiger Jahre geplant. So wird zum Beispiel 1935 eine Judenkartei des Reichsgebietes angelegt, um eine flächendeckende Deportation zu ermöglichen; auch die Aberkennung verschiedener Bürgerrechte wie auch zahlreiche Verbote kann man auf einen staatlich durchorganisierten, gezielten rassistischen Prozess zurückführen.
Nach der Reichskristallnacht im November 1938 erkennen viele nationalsozialistische Strategen, dass ihr Handlungsspielraum gegenüber der jüdischen Bevölkerung praktisch grenzenlos ist. Zwar können die Juden bis zum Kriegsbeginn am 1. September 1939 noch Deutschland verlassen, wofür im Januar 1939 sogar eine "Reichszentrale für jüdische Auswanderung" eingerichtet wurde, jedoch fallen bei Kriegsbeginn die Möglichkeiten für eine Auswanderung der deutschen Juden nahezu ganz weg. Die Juden werden nun vollkommen entrechtet. Sie dürfen beispielsweise keine öffentlichen Verkehrsmittel oder elektrischen Geräte mehr benutzen, keine Rechtsmittel einlegen, nach ihrem Tod verfällt das Vermögen dem Reich.
Bei der Besetzung Polens hat sich die Judenverfolgung bis zu Judenmassakern gesteigert, es werden blutige Tötungsaktionen veranstaltet, ortsansässige Judenhasser zu Pogromen angestachelt, Synagogen in Brand gesetzt, jüdisches Eigentum zerstört oder geraubt und daneben Zwangsarbeits- und Konzentrationslager eingerichtet. [Eines von vielen ist dabei das KZ Natzweiler-Struthof.]

2. Die Konzentrationslager
Obwohl der Begriff "Konzentrationslager" oft auf alle nationalsozialistischen Lagerformen bezogen wird, sind nicht alle Lager von vornherein als Konzentrationslager oder gar als Vernichtungslager geplant. Das ausgedehnte Lagersystem unterscheidet zwischen Durchgangslager, Arbeitslager, Kriegsgefangenenlager, Vernichtungslager und Konzentrationslager. Letztere sind während der gesamten nationalsozialistischen Schreckensherrschaft ein elementarer Bestandteil des Unterdrückungsapparates. Vor allem politische Gegner und Verfolgte aus rassistischen oder sozialen Gründen sind hier inhaftiert. Als zentrales Merkmal entwickelt sich die charakteristische Zwangsarbeit. Einige Lager wie beispielsweise Auschwitz und Majdanek sind als Massenvernichtungslager eingerichtet und zählen damit zu den grausamsten und berüchtigtsten Lagern.

2.1 Der Lageralltag
Der Tagesablauf ist von der SS bis ins kleinste Detail vorgeschrieben. Mit Prügel, Einzelhaft oder Essensentzug bestrafen sie Übertretungen der Lagerordnungen. Die SS überträgt jedoch auch Häftlingen Aufgaben in den Bereichen Überwachung der Mithäftlinge und Verwaltung der Lager. Diese werden Stuben-, Block- oder Lagerälteste genannt. Die sogenannten Kapos beaufsichtigen Arbeitskommandos und sind auch deren Vorstehende. Andere Aufgaben der Häftlinge ist die Essenszubereitung und die Krankenpflege. Einige arbeiten auch in der Schreibstube. Diese Häftlinge führen für die Allgemeinheit wichtige Arbeiten aus und werden deshalb auch von den SS-Vorstehern bevorzugt behandelt. Ein Teil missbrauchen diese Privilegien, indem sie andere Häftlinge denunzieren und dabei oft nicht weniger brutal als die Aufseher der SS sind. Andere versuchten, die ihnen zugeteilten Aufgaben zu ihrem eigenen Vorteil zu nutzen. Allerdings gibt es auch Häftlinge, die ihre Stellung zum Wohle der anderen, insbesondere der bedrohten Insassen, gebrauchen und versuchen, den SS-Terror zu mildern. Die SS teilt die Häftlinge je nach nationaler Herkunft und Inhaftierungsgrund in verschiedene Kategorien ein. Damit werden ihnen unterschiedliche Haftbedingungen und somit auch unterschiedliche Überlebenschancen zugemessen. Die Zugehörigkeit zu den verschiedenen Kategorien ist durch Abzeichen auf der Häftlingskleidung, meist in Form von verschiedenfarbigen Dreiecken gekennzeichnet. Dabei stehen deutsche Gefangene meist an der Spitze der internen Lagerrangfolge. Juden und Russen ist es praktisch unmöglich, spezielle Funktionen zu erhalten.

2.2 Die Haftbedingungen
Die Haftbedingungen sind von Lager zu Lager unterschiedlich und ändern sich ausserdem im Verlauf des Krieges. Am Anfang beträgt die Haftdauer selten mehr als ein Jahr. Unterbringung, Ernährung sowie auch die Arbeit sind im Vergleich zu späteren Jahren erträglich und die Anzahl der Todesfälle, meist auf Misshandlungen oder Exekution "missliebiger" Häftlinge zurückzuführen, ist gering.
Von 1936 bis 1942 führen Misshandlungen vor allem beim Arbeitseinsatz, primitive Arbeitsbedingungen mit schwersten körperlichen Anforderungen, unzureichende Ernährung und der schlechte Zustand der Baracken, die meist maszlig;los überfüllt sind, zu einem Anstieg der Sterblichkeitsrate. Besonders die jüdischen, polnischen und russischen Häftlinge haben darunter zu leiden.
Trotz der steigenden Häftlingszahlen besserten sich die Lebensverhältnisse in den Konzentrationslagern für den Großteil der Häftlinge im Lauf des Jahres 1943 geringfügig. Zudem verringern sich die Unterschiede zwischen den einzelnen Lagern. Man muss allerdings auch beachten, dass der Einsatz von Häftlingen in der Kriegsindustrie die SS beziehungsweise die betreffenden Firmen dazu zwingt, diese besser zu behandeln und vor allem besser zu ernähren. Jedoch trifft das nur auf Häftlinge zu, die auf technische oder handwerkliche Kompetenz verweisen können. Erst Ende 1944, Anfang 1945 steigt die Sterblichkeitsrate erheblich, was auf die Auflösung der meisten Lager, wie auch auf den gemeinhin schlechten Zustand des Deutschen Reiches, zurückzuführen ist.

3. Das KZ Natzweiler
Das Lager liegt auf einer 800 Meter hohen Erhebung der Vogesen, 50 Kilometer südlich von Straßburg. Die Gründung dieses Lagers, das zu den kleinsten Konzentrationslagern zählt, geht auf eine Besichtigungsreise Alberts Speers nach der Besetzung Frankreichs zurück, bei der ihm die Granitvorkommen um Natzweiler auffielen. Die Deutsche Erd- und Steinwerke GmbH (DEST) nimmt den Hinweis Speers auf und bereitet schon im Herbst 1940 den Abbau des Granits durch Häftlinge vor. Im Mai 1941 treffen die ersten Häftlinge (insgesamt etwa 300 Deutsche) ein, die – bis das Barackenlager fertiggestellt ist – in einem nahegelegen ehemaligen Hotel untergebracht werden, dem Struthof. Daher ist das Lager auch unter diesem Namen bekannt. Die Häftlingszahl steigt im Vergleich zu anderen Konzentrationslagern nur wenig an. Erst ab dem 15. August 1942 wird Natzweiler für reguläre Einweisungen des Reichssicherheitshauptamtes (RSHA) geöffnet. Das Lager wird nacheinander von den Kommandanten Egon Zill, Fritz Hartjenstein, Hans Hüttig und Heinrich Schwarz geführt.
Ende 1943 sind im Stammlager etwa 2 000 Häftlinge untergebracht. Davon haben 1943, als auch in Natzweiler die Häftlinge überwiegend in Rüstungsvorhaben eingesetzt werden, höchstens bis zu 500 im Steinbruch gearbeitet, da sich die Erschlieszlig;ungsarbeiten sehr aufwendig gestalten. Sommer 1943 überholen Häftlinge des KZs im Auftrag der Junkers-Werke Flugzeugmotoren in Baracken im Steinbruch. Um Produktionsräume vor Luftangriffen zu schützen, werden Stollen im Granitmassiv errichtet.*
1944 versucht die nationalsozialistische Wirtschaftsführung bedeutende Rüstungsvorhaben unter die Erde zu verlegen. Dies führt zu einer Expansion des Lagers. In Baden und Württemberg werden dem Stammlager Natzweiler neugegründete Aussenlager zugeteilt. So werden in Neckarelz in Zusammenarbeit mit dem Lager die Daimler-Benz-Flugzeugmotorenwerke, die bisher in der Nähe Berlins angesiedelt waren, in ein ausgebautes, unterirdisches Stollensystem verlagert. Seit Frühjahr 1944 arbeiten 1 500 Häftlinge des Nebenlagers Leonberg bei Stuttgart in einem ehemaligen Autobahntunnel für die Flugzeugfirma Messerschmidt. Während des nächsten Jahres erhöht sich die Zahl der Häftlinge auf 3 000.
Da das nationalsozialistische Regime versucht, die durch den Bombenkrieg und den weitgehenden Verlust der besetzten Gebiete schwergetroffene Rohstoffbasis zu erhalten, gründet es im Februar 1944 das Nebenlager Schörzingen. Hier sollen Häftlinge aus ölhaltigem Schiefer Rohöl gewinnen. Ende 1944 arbeiten hier über 1000 Häftlinge, der Einsatz von 4 000 bis 5 000 ist geplant. Die Häftlingsanzahl der Aussenlager beträgt im Oktober 1944 etwa 19 000 Personen. Auch im Stammlager ist die Häftlingszahl auf ungefähr 7 000 bis 8 000 angestiegen. 1944 werden unter anderem französische Widerstandskämpfer ins KZ Natzweiler eingewiesen, wobei der Großteil von ihnen gleich nach der Ankunft ermordet wird. Eine besondere Kategorie bilden in Natzweiler sogenannte NN (Nacht und Nebel) Häftlinge, die von der SS bevorzugt beim Straßenbau und im Steinbruch unter besonders harten Bedingungen eingesetzt werden. Am 14. September 1944 erlässt das RSHA die Anordnung, dass alle "germanischen NN Häftlinge" nach Natzweiler überstellt werden. Wegen der harten Arbeitsbedingungen und gezielten Misshandlungen der Insassen ist die Sterberate in Natzweiler überdurchschnittlich hoch.
Im August 1943 wird in einem Nebengebäude des ehemaligen Hotelkomplexes Struthof eine Gaskammer eingerichtet. In dieser werden mindestens 130 Häftlinge für eine "Skelettsammlung" für das anatomische Institut der Universität Straßburg hingerichtet. Diese Häftlinge, vor allem Juden, sind eigens zu diesem Zweck aus Auschwitz überführt worden.
Im August 1944 wird die Gaskammer von Otto Bickenbach, ebenfalls von der Straßburger Universität, benutzt, um mit Hilfe von Experimenten an Häftlingen ein Gegenmittel gegen das Giftgas Phosgen zu finden. Die Opfer dieser Versuche sind Zigeuner, die bereits 1943 von Auschwitz nach Natzweiler transportiert worden sind. An ihnen wollten SS-Ärzte ursprünglich die Wirkung eines Typhusmittels erproben.
Das Stammlager wird schließlich von August bis September 1944 angesichts der Bedrohung der sich nähernden alliierten Truppen "evakuiert". Die Häftlinge der Aussenlager werden allerdings erst im März 1945, kurz vor Kriegsende, auf verlustreiche "Todesmärsche", überwiegend in Richtung Dachau, geschickt. 1989 wird in Natzweiler-Struthof eine Gedenktafel für die im Lager ermordeten Juden angebracht. 4. Das Ende des Terrors
Gegen Ende des Krieges wird als erstes das Konzentrationslager Lublin von der Roten Armee befreit. Die SS sucht, als die russische Front näher rückt, das Weite und überlässt die 6 000 noch nicht evakuierten Gefangenen dem Gegner. Bald nach der Befreiung von Lublin setzt ein riesiger Strom von Evakuierungen der Ostlager in das Innere Deutschlands ein. Konzentrationslager um Konzentrationslager wird von der SS geräumt. Die am Leben gebliebenen Insassen mussten zu Fuß nach Westen laufen und möglichst viele Konzentrationslager werden gesprengt. In endlosen Reihen ziehen die Elendszüge über das Land, tage-, oft wochenlang, hungernd, ohne ausreichende Kleidung. Wer nicht mehr weiter kann, wird von der SS erschossen. Viele suchen das Weite, werden von aber von der deutschen Feldgendarmerie oder von Fanatikern der Bevölkerung wieder gefangengenommen, eingeliefert und erschossen. Die Neuankömmlinge in den maßlos überfüllten Lagern stehen dem Grauen und Schrecken gegenüber. Viele sterben an Krankheit, Hunger oder werden sogar von Ratten angegriffen. Einige Insassen essen, dem Hungertod nahe, ihre toten Mithäftlinge. Aus allen Himmelsrichtungen strömen heruntergekommene Jammergestalten in die zentralen Lager, da mittlerweile auch im Westen der Befehl ergangen ist, die Aussenlager und Aussenkommandos zurückzuziehen. In den meisten Konzentrationslagern, wie beispielsweise in Auschwitz, werden noch Häftlinge getötet, als die Front das Lager schon beinahe erreicht hat. In aller Eile versucht man noch, Krematorien und Baracken zu sprengen oder zu verbrennen. Einige Lager werden allerdings auch rechtzeitig evakuiert und das Terrain, auf dem sie sich befanden, wird mit Bäumen bepflanzt oder als Ackergelände "getarnt". Die Front rückt von Westen und Osten immer weiter auf das Innere Deutschlands vor und nur noch wenige KZs sind noch in Funktion. Diese müssen immer mehr Flüchlingsströme aufnehmen und das Chaos wird immer unübersichtlicher. Beeindruckend ist dennoch der ungeheure Verwaltungs- und Materialaufwand, der bis dahin betrieben wurde, um den ideologischen Fanatismus bis zum Ende durchzusetzen. Schätzungsweise sechs Millionen Menschen fielen diesem zum Opfer.
(Quelle: www.dbg.rt.bw.schule.de/lehrer/soppa/fachueb/kz.htm)

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www.dbg.rt.bw.schule.de/lehrer/streiten/franz/stfahrt/elsass01/struthof.htm

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