Betriebspraktikum

 

Schülerbetriebspraktikum

Dokumentation 2010
Dokumentation 2009
Alle Formulare als Download für die Lehrpersonen

Organisation und Ablauf des Praktikums

Schon seit 1988 werden an der Realschule Lebach bereits Schülerbetriebspraktika durchgeführt. An der Erweiterten Realschule setzt sich diese Tradition fort für die Klassen 8H und 9M. Das Schülerbetriebspraktikum wird an unserer Schule in der Regel drei Wochen lang von Ende Januar bis Mitte Februar durchgeführt.

Zielsetzung

Da ein großer Teil der Realschulabsolventen unmittelbar ins Berufsleben wechselt, soll das Schülerbetriebspraktikum folgenden Zielen dienen: – Erste Orientierung in der Arbeitswelt Kennenlernen – eines Berufes bzw. eines Beschäftigungsbereichs, – des Aufbaus eines Betriebes und seiner wirtschaftlichen Zweckbestimmung, – der organisatorischen Zusammenarbeit der Betriebsangehörigen und ihres besonderen Wissens und Könnens für die auszuführenden Tätigkeiten – des sozialen Gefüges – der Verflechtung des Betriebes in eine übergeordnete wirtschaftliche Struktur Der Einblick hat zum Zweck – bereits erworbenes Wissen und Können durch Beobachtung, Gespräche und Handlungslernen zu konkretisieren, zu erweitern, zu festigen und gegebenenfalls zu korrigieren, – die Wirtschafts- und Arbeitswelt sowohl von Seiten der Unternehmer als auch der Mitarbeiter zu erleben und die Arbeitsbedingungen kennenzulernen, – die Berufswahl zu unterstützen und – den Übergang in eine berufliche Ausbildung zu erleichtern.

Genehmigung

In einer Gesamtkonferenz wird der Termin des Schülerbetriebspraktikums festgelegt und generell genehmigt.

Elterninformation

Bereits in einer der ersten Schulwochen werden die Eltern der 8.(H) und 9.(M) Schuljahre zu einem Elterninformationsabend bezüglich des Schülerbetriebspraktikums eingeladen und über die Zielsetzung , die Organisation und den Ablauf des Schülerbetriebspraktikums informiert. Dazu wird auch ein Vertreter des Arbeitsamtes eingeladen, der das Schülerbetriebspraktikum und die Rolle des Arbeitsamtes bei der Berufsfindung und Lehrstellensuche aus der Sicht des Arbeitsamtes beleuchtet. Die Eltern werden danach gebeten, einen geeigneten Praktikumsplatz nach folgenden Vorgaben zu suchen: – Entfernung ca. 25 km um Lebach herum (Eingeschlossen sind hierbei die Zentren St. Wendel, Neunkirchen, Saarbrücken, Völklingen, Saarlouis, Dillingen, Merzig, Mettlach, Losheim, Wadern.) – keinen Praktikumsplatz im elterlichen Betrieb – ein Terminplan wird erstellt und bekannt gegeben

Bewerbungsunterlagen zum Erwerb eines Praktikumsplatzes

Die notwendigen Unterlagen werden den Schülern rechtzeitig durch die Klassenlehrer ausgehändigt: – Schreiben an den Betrieb mit der Bitte um einen Praktikumsplatz – Rückmeldebogen des Betriebes

Vorbereitung

Die Schüler legen eine Praktikumsmappe an. Sie sollen aus der Broschüre des Arbeitsamtes "BERUF AKTUELL" und in Gesprächen mit der betrieblichen Kontaktperson Informationen zu ihrem "Prakikumsberuf" sammeln und eintragen. Die Klassenlehrer informieren auch über Datenschutz, Verhalten im Betrieb sowie Verhalten im Krankheitsfall. Die Fachlehrer der Fächer Mathematik, Deutsch, Chemie, Geschichte, Biologie und Erdkunde bereiten ab Dezember fachspezifisch auf das Schülerbetriebspraktikum vor. Die Unterrichtsergebnisse werden von den Fachlehrern auf korrekte Zusammenfassung bzw. richtige Erarbeitung hin überprüft.

Betriebserkundung

Die Schüler werden nach ihren Praktikumsbetrieben auch in fümf Berufsfelder eingeteilt. Jedes Berufsfeld führt in der letzten Schulwoche vor Praktikumsbeginn eine Betriebserkundung durch. Die Klassenlehrer organisieren die Betriebserkundung, sie stellen Fragen zusammen und stellen die berufsfeldtypischen Merkmale mit den Schüler zusammen. So gehen z.B. die Schüler im Berufsfeld Soziale Dienste in ein Krankenhaus oder ein Altersheim. Das Berufsfeld Einzelhandel und Dienstleistungen besucht entweder einen Supermarkt oder eine Apotheke. Weitere Berufsfelder sind noch Industrie, Handwerk sowie Büro und Verwaltung (meistens Besuch einer Bank). Über diese Erkundung wird ein Bericht geschrieben, der in die Mappe eingeheftet wird.

Arbeiten während des Praktikums

Die Schüler werden gebeten, täglich einen kleinen Bericht nach Vorlage zu schreiben. Zudem müssen sie einen längeren, sogenannten "Thematischen Bericht" in Wort und Bild zusammenzustellen. Ferner sind sie verpflichtet, noch ausstehende Fragen z.B. zum Unfallschutz, zur Lehrlingsausbildung, zur Zielsetzung des Betriebes usw. mit Hilfe der betrieblichen Kontaktperson zu beantworten.

Beurteilung

Der "Thematische Bericht" wird als Leistung im Fach Deutsch gewertet.

Nachbesprechung

In der ersten Woche nach dem Praktikum führen die Klassenlehrer eine Nachbesprechung des Praktikums mit ihren Schülern durch.

Dokumentation

Anfang März wird mit Hilfe der Schülerarbeiten in den Praktikumsbetrieben sowie mit Hilfe von Informationsmaterial eine berufsfeldbezogenen Dokumentation aufgebaut, die die Berufsfeldlehrer – meistens sind es die Klassenlehrer – mit ihren Schülern im Berufsfeld anlegen. Diese wird dann den Eltern an einem Abend zugänglich gemacht. Die Dokumentation dient auch dazu, den Schülern der 8. Schuljahre einen ersten Eindruck vom für sie noch bevorstehenden Schülerbetriebspraktikum zu gewinnen.

Hilfe des Arbeitsamtes

Ein Vertreter des Arbeitsamtes hilft den Kollegen auf Wunsch bei der Einführung z.T. auch bei der Vorbereitung der Betriebserkundung. Er kommt auch für zwei Stunden in die Klassen und gibt Hilfen bei der Berufsfindung und Lehrstellensuche. Zudem bereitet er den BIZ-Besuch (Besuch im Berufsinformationszentrum Saarlouis) vor.

Auswirkungen des Schülerbetriebspraktikums auf unsere Schüler

Viele Schüler/innen finden die dreiwöchige Praktikumszeit viel zu kurz, um all die vielfältigen Eindrücke sachgemäß beobachten und verarbeiten zu können. Dennoch haben auch etliche Schüler erkannt, dass dieser oder jener Beruf ihnen später nicht zusagen würde und dass sie sich nun mit Hilfe der Schule, der Eltern und des Arbeitsamtes neu besinnen und ein neues Berufsziel anstreben müssen. Dazu bietet das Arbeitsamt im 9. und 10. Schuljahr noch reichlich Informationen, Einzelgespräche und – wie oben bereits erwähnt – den Besuch im BIZ an.

Andere Schüler haben in ihrem Praktikumsbetrieb so gut mitgearbeitet, dass auch viele Firmenchefs ihnen angeboten haben, nach der mittleren Reife in ihrem Betrieb eine Ausbildung zu machen. Auch die Zahl der Schüler/innen ist groß, die eingesehen haben, dass sie, um den gewünschten Beruf erlernen zu wollen, sich schulisch mehr anstrengen müssen, weil zum Erlernen dieses Berufs ein bestimmter Notenschnitt auf dem Abschlusszeugnis erforderlich ist.

So erleben viele Lehrer nach dem Praktikum, dass einige Schüler nun besser mitarbeiten und viel fleißiger geworden sind, als sie es bisher waren. Auswirkungen des Betriebspraktikums auf die Kollegen und Kolleginnen Nicht nur die Schüler, sondern auch die Klassenlehrer der 9. Schuljahre freuen sich auf das Schülerbetriebspraktikum. Standen anfangs noch viele Lehrer einem Praktikum in der Realschule sekptisch gegenüber, muss man heute konstatieren, dass die Lehrer durch ihre Betreuungstätigkeit während des Praktikums vielfältige Eindrücke von den Betrieben unserer Region erhalten und sich jetzt viel besser vorstellen können, was und wie in Betrieben gearbeitet wird. So können sie ihre Schüler schon im Vorfeld viel besser beraten, wenn ein bestimmter Praktikumsbetrieb gesucht werden soll oder ihren Schülern Hilfe und Anregungen bei Fragen zur Berufswahl geben, denn außer den Eltern kennt niemand die persönlichen Anlagen, Fähigkeiten und Fertigkeiten besser als der Klassenlehrer, der mitunter seine Schüler schon Jahre betreut. Zudem lernen die Klassenlehrer ihre Schüler und Schülerinnen von einer anderen Seite kennen.

 

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